Almrich (Altenburg, Naumburg-West)

--- Eingemeindung: 01. August 1950 ---

Ortsteilchronik

  • Der Ort hieß eigentlich Altenburg, jedoch hat sich die volkstümliche Bezeichnung "Almrich" inzwischen offiziell eingebürgert. Seit 1965 heißt auch die Kirchengemeinde so.
    Der Ort wird vielleicht schon 1010 beschrieben, eindeutig aber 1140 urkundlich erwähnt. Das Kastell, das dem Ort den Namen gab, wurde im 12.Jahrhundert aufgegeben, da es eine Konkurrenz zur Naumburger Burg darstellte.


    Wann und ob in Almrich eine Burg stand ist den Chroniken der vergangenen Zeit nicht zu entnehmen, so dass zur Gründungsgeschichte von Altenburg so gut wie nichts bekannt ist.


    1278 erste schriftliche Erwähnung einer Kirche an der heutigen Stelle von Almrich.

    Durch Pfortaer Mönche wird im Jahre 1523 eine Mahlmühle am Ufer der Kleinen Saale errichtet.

    Im Jahre 1592 wurden unter Kurfürst Johann Friedrich die Orte Almrich (Altenburg) und Flemmingen zu einer Parochie vereint. Bis zum Jahr 1852 gehörten diese zur Parochie Eckartsberga.

    1650 und damit kurz nach dem dreißigjährigen Krieg lebten in dem Ort 116 Einwohner auf 32 Gehöfte verteilt, wobei deren Zustand aufgrund des Krieges und der Saalehochwasser in schlechten bis sehr schlechten Zustand waren.

    Im Jahre 1713 wird durch den Federhändler Johann Glück das Gasthaus Goldener Adler errichtet. Das Gasthaus befand sich am heutigen Abzweig Lindenberg/Sachsenholzstraße. Trotz der leicht abgelegenen Lage-die jetzige Straße wurde erst 100 Jahre später gebaut-entwickelte sich der Goldene Adler schnell zu einen beliebten Ausflugsziel und Versammlungslokal. 1966 nach über 250 Jahren musste das Gebäude aufgrund seines Bauzustandes gesperrt werden und wurde sodann abgerissen. Zu den bekanntesten Stammgästen zählte Friedrich Nietzsche und Hoffmann von Fallersleben.

    1739 Neubau des Kirchenschiffes und des Glockenturmes der Altenburger Kirche. In den Jahren 1898 und 1997/98 erfolgten umfassende Instandsetzungen an der Kirche die sich heute als schlichte Barockkirche mit zwei Glocken aus den Jahren 1786 und 1925 präsentiert.

    Um die Bildung der Kinder des Dorfes zu verbessern erfolgte 1820 (andere Angaben 1825) der Bau eines Schul- und Küsterhauses neben der Kirche. 1854 musste das Gebäude durch das Aufsetzen eines Dachgeschosses auf das bisherige Gebäude erweitert werden. Nachdem die Kapazität des bisher genutzten Schulbaus erneut nicht mehr ausreichten, erfolgte zwischen 1880 und 1885 ein Erweiterungsbau auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dieser wurde 1902 durch einen weiteren Neubau im hinteren Bereich des Schulhofes ergänzt. Um die Unterrichtsbedingungen zu verbessern, erfolgte in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts an der Schweinsbrücke und damit außerhalb des eigentlichen Ortsteils ein Ersatzbau. Dieser wurde 1977 eröffnet und trug den Namen Wilhelm Pieck. Anfang der 90er Jahre wurde der Name in Albert-Schweitzer-Schule geändert. Seit dieser Zeit werden sowohl Grundschüler als auch Schüler der Sekundarstufe 1 und 2 unterrichtet.

    Eröffnung der Gaststätte Zur Linde im Jahre 1840.

    Gründung des Altenburger Männerchors im Jahre 1867.

    1887 Errichtung eines Friedhofes am Randes der Dorfes.

    1891 Einrichtung eines Diakonissenstation und Kleinkinderschule in der Ortschaft, welcher heute als Kindergarten genutzt wird.

    Erster Gemeindevorsteher des Dorfes wird 1891 Gustav Gläser.

    Nachdem meist aus Geldmangel frühere Brückenbauten als Saalequerung nicht weiter verfolgt wurden, begannen am 13. August 1894 die Bauarbeiten zur Errichtung einer hölzernen Saalequerung. In den Jahrhunderten zuvor wurde diese entweder durch eine Fähre oder durch die Nutzung einer Furt (flache Wasserstelle) überwunden. Die Übergabe der Brücke erfolgte am 10. Oktober 1895 mit einer Feier. Obwohl die Brücke über Jahrhunderte stehen sollte, wurde sie bereits knapp 50 Jahre später (11. April 1945) durch die Wehrmacht gesprengt.
    Ein Ersatzbau aus dem Jahr 1947 musste bereits 1956 grundhaft erneuert werden ehe sie im Winter 1962/63 durch den starken Eisgang erheblich beschädigt wurde. Als Übergangslösung wurde im September 1964 eine Holzbrücke fertiggestellt. Durch die unerlaubte Nutzung der Brücke durch sowjetische Panzer (Tragkraft war auf 12 Tonnen beschränkt) und die ständigen Hochwasser war die Brücke bereits zehn Jahre später erneut baufällig, so dass am 26. November 1976 der nunmehr vierte Ersatzbau eingeweiht wurde.
    Doch auch diese Brücke hielt nur drei Jahrzehnte stand.

    35 Jahre nach Ende des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 wurde am 16. September 1906 am Mühlplatz ein Denkmal für die Opfer des Krieges geweiht. Die Inschrift des Obelisken, welcher um 1934 seinen jetzigen Standort an der Bundesstraße 87 erhielt, lautet "Es starben für König und Vaterland 1870-1871: [6 Namen]. Ehren ihrem Andenken."

    Mitte der 1920er Jahre entstand entlang der heutigen Bundesstraße 87 in der Mitte des Berges ein weiteres Kriegerdenkmal für die Gefallenen Altenburger Bürger des 1. Weltkrieges (Weihe am 25. November 1923). An einer halbkreisförmigen Wand aus Stein, wurde ein Eisernes Kreuz nachgebildet, welches 73 Namen enthält. Die Inschrift lautet "Für uns starben im Weltkriege 1914-1918 [65 Namen]. An Kriegsfolgen in der Heimat starben [8 Namen]. Der Heimat Dank!".

    1932 erfolgte die 400 - Jahr - Feier der Kirchengemeinden Almrich und Flemmingen

    Im Jahr 1950 (01. August) erfolgt die Eingemeindung Altenburgs nach Naumburg.
    Auf Grund des § 1 des Gesetzes zur Änderung der Kreis - und Gemeindegrenzen vom 27.04.1950 wurden durch Beschluss des Landes Sachsen - Anhalt am 01.08.1950 die
    Gemeinden Almrich, Schellsitz und Naumburg zusammengefasst. Es ist davon auszugehen, dass es zum damaligen Zeitpunkt sicherlich einen Forderungskatalog gegeben hat, der diese Eingemeindung begleitet haben könnte, jedoch für uns heute nicht mehr auffindbar ist. Allerdings gibt es Zusagen und Wahlversprechungen, die den Almrichern
    und Schellsitzern Bürgern in den vergangenen Jahren gemacht worden sind, die nicht eingehalten wurden, wo aber Hilfe nötig sein wird.


    1997 ziehen in das alte Spritzenhaus die Chopper - Fans mit den Namen BOA (Big Old Almrich) ein.


    Im Februar 2005 begannen erneut Arbeiten an einen Neubau einer Brücke über die Saale. Anfang Dezember 2005 wurde die Brücke für den Verkehr freigegeben.

    Am 21.07.2006 wurde die Brücke auf den Namen "Brücke der Zukunft" getauft

    2006 begangen Dieter Lang und Horst Becker mit Hilfe aus dem Naumburger Rathaus die Wiederherrichtung des Denkmals. Ein drittes Kriegerdenkmal aus dem Jahre 1816 (Weihe 18. Januar) ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges verschwunden. Es stand bis dahin auf dem Knabenberg und gedachte der Opfer der Kriegsjahre 1806-1815.

    Am 18.06.2006 wurde auf dem Knabenberg der Friedensstein neu eingeweiht, der alte verschwand in den 50er Jahren

    Im August 2007 feierte der Volkschor Altenburg/Saale sein 140 jähriges Bestehen

    Am 06.09.2008 findet das 1. Straßenfest in Almrich statt

    Am 01.10.2008 startete die Internetseite Naumburg - Almrich, nun war Almrich weltbekannt

    Am 14.12.2008 findet der 1. Almricher Weihnachtsbasar statt.

    Am 16.09.2011 wurde der Heimatverein  "Verein der Heimatfreunde Altenburg an der Saale" e.V.
    durch die Almricher Dagmar Hecklau, Conny Wenzel, Klaus Talg, Peter Stumpf, Dietmar Schrimpf,
    Ralf Wilzer, Mario Blei und Uwe Wenzel wieder gegründet.

    01.05.2012 übernahm der Heimatverein das Gebäude auf dem Mühlplatz/Hauptstraße 37 als Bürger- und
    Vereinshaus. Hier sollen Veranstaltungsräume und eine Heimatstube entstehen.

    27.05.2013 wurde das Kriegerdenkmal 1870/1871 nach einer Sanierung durch die Bauhütte Naumburg eingeweiht.

    03.05.2014
    Eröffnung vom 1. Bauabschnitt  des  Vereins – und Bürgerhauses!
    Einweihung der Freifläche sowie Eröffnung  der Heimatstube.

    04.05.2014 Empfang des 1.Klassentreffens nach der Übernahme bzw. nach der Eröffnung des 1. Bauabschnittes des Vereins - und Bürgerhauses durch den Heimatverein Almrich

    01.02.2015 Gründung einer Theatergruppe innerhalb des Heimatvereines






    Überlieferte Schriften

    Das an Naumburg grenzende, im lieblichen Saaletal malerisch liegende Kirchdorf Altenburg oder Almrich wird zwar erst 1140 urkundlich erwähnt, dürfte aber weit älteren Ursprungs sein. Hoch oben, wo jetzt der Bismarckturm weit in das Land hinaus grüßt, stand in grauer Vorzeit eine Burg. Das Dorf gelangte 1353 in den Besitz Pfortes, dem es als Mühlendorf besonders wertvoll war. In neuerer Zeit ist es mit Naumburg zusammengewachsen. Von den Garten des am Eingang des alten Ortsteiles stehenden, schon aus der Zeit vor Friedrich den Großen stammenden, 1713 gegründeten guten Gasthauses zum goldenen Adler hat man eine prächtige Aussicht auf das hier besonders liebliche Saaletal. Der "Goldene Adler" ist das Gasthaus der Pfortenser. Die Liste der ehemaligen Pfortenser liegt aus. Viele Schülerbilder schmücken die Wände. Eine Tafel am Ostgiebel verkündet, das hier Hoffmann von Fallersleben 1856 - 1860 wohnte. Weitere Gaststätten sind der "Bär", Spotts Bäckerei und am Westausgang die "Linde".
    Die Landstrasse nach Almrich geht von der Kösener Strasse aus; sie führt am Rande der Höhe hin und gewährt einen prächtigen Ausblick auf das Saal- und Unstruttal, wo im Norden der mächtige Wartturm der alten Neuenburg herübergrüßt. Wer die Landstraße gern meidet, benutzt den am Anfang der Kösener Straße rechts herab führenden Fahrweg und geht dann durch "Pabsts Grund" am Fuße der mit prächtigen Gärten und schmucken Häusern bedeckten Höhe entlang.
    Unter den "Goldenen Adler" tritt der Weg in Almrich ein. Der unterhalb der ehemaligen Kadettenanstalt - jetzt nationalpolitische Erziehungsanstalt - sichtbare Arm der Saale ist die Krumme Hufe. 1433 grub sich die Saale hier ein neues Bett. 1846 beim Bau der Thüringer Eisenbahn wurde der Flußlauf durch einen Durchstich geradegelegt und die Schleife blieb als alte Saale liegen. Sehr zu empfehlen ist ferner der Weg, der von der Roßbacher Straße kurz vor dem Bahnkörper links abzweigt und an ihm entlang führt. An diesem Wege lag ein schöner Hain, auch ein Überrest des ursprünglichen Auenwaldes; er ist leider nach dem Krieg gerodet worden.