Achim Brembach  -  Achim von Almrich

 


Achim von Almrich beim Besuch der Queen in Berlin  24.06.2015

 

Ein denkwürdiger , überraschender Besuch vom Herrn der Daten und Zahlen.

Mit dem Fahrrad zum Feierabendbier unterwegs, sprang mir plötzlich eine große Gestalt, mit dem Armen wild gestikulierend vor das Fahrrad. Überrascht trat ich auf die Bremse und dachte im ersten Moment an einen Unfall. Nichts dergleichen! Ich erkannte dann sofort,  es war Achim Brembach.
Er hat mich nicht gleich erkannt, denn er fragte nach meiner Adresse. Achim hatte meinen Brief erhalten und war auf Besuchertour. Nach dem ich mich zu erkennen gab, war die Freude des Wiedersehens nach langer
  Zeit auf beiden Seiten  sehr groß. Spontan umarmten wir uns und kehrten gemeinsam um. Für Achim war dieses zufällige Treffen „ kein Zufall“.  Zufall gibt es für Achim nicht.  Für Ihn war es eine Bestimmung. Bevor er in meiner Veranda Platz nahm überreichte er mir 2 Friedenskerzen und einen Rosenstrauß, der für meine Frau gedacht war. Er wusste nicht dass Helga verstorben ist.
Wir hatten uns viel zu erzählen, von alten längst verstorbenen Almrichern, Episoden unserer gemeinsam verbrachten Kindheit, der Schulzeit und unseren damaligen Streichen, von seinem Bruder der Sportskanone Ulrich der auch so ein Schlingel war. Der hatte seinen Spaß daran unserer Sportlehrerin
  Maria Wandel beim Völkerballspiel den großen schweren Medizinball mit voller Kraft auf die üppigen Brüste zu ballern worauf wir pubertierenden  Jungens nur warteten. Über seinen Vater, der  zu damaliger Zeit Dirigent des Männerchores war sprachen wir mit Hochachtung .Der wagte sich an Musikstücke  die kein anderer Dirigent mit einen einfachen Volkschor gewagt hat. Wir erinnerten uns an manche Aufführung in der Linde  als der Chor die Straußschen Walzermelodien sang und Achim uns auf dem Klavier begleitete. Auftritte mit dem Orchester der kasernierten Volkspolizei waren damals ein anerkannter kultureller Höhepunkt.   Wir verbrachten dann 4Stunden in  angeregten unterhaltsamen  für mich aber sehr anstrengenden Gesprächen. Sich mit Achim zu unterhalten erfordert volle Konzentration, will man seinen Gedankensprüngen über Zeit und Raum folgen. Wenn er redet weiß man nie wo der Satz, mit vielen Nebensätzen gespickt, endet. Namen und Geburtsdaten enger Bekannter , die er wie Rastelli aus dem Hut zaubert, verknüpft er mit Daten von Persönlichkeiten aus der Kunst und Politik oder der Geschichte um am Ende immer mit der Anfangszahl ein  verblüffendes Ende zu finden Das ist schon genial. Dabei bedient er sich dem durchnummerierten Alphabet und setzt statt Buchstaben Zahlen ein, die er anscheinend willkürlich miteinander addiert, subtrahiert, dividiert oder multipliziert. Am Ende kommt immer, für dem Gegenüber überraschend das gleiche Ergebnis heraus wie am Anfang vorausgesagt. Wir unterhielten uns lange über Gott und die Welt, über Religionen und Glauben, über Bibel und Koran, den Buddhismus den wir beide als die ehrlichste Lebensform auf dieser Welt betrachten um am Ende auch über, wie sollte es anders sein, überstandene Krankheiten zu reden. Auch er blieb trotz vegetarischer Lebensweise, ohne Alkohol und  Tabak, von Krankheiten nicht verschont.
Aber auch über unliebsame Begegnungen mit der Obrigkeit vor der Wende und auch danach klagte er mir sein Leid.. Seine unangemeldeten Auftritte bei Promibesuchen wurden von den übertölpelten Sicherheitsorganen gleich welchem Systems nicht gern gesehen und es wurde entsprechend reagiert. Wer lässt sich schon gern als Tölpel dastehen? Das lassen sie ihn dann auch oft mit roher Gewalt spüren wenn sie ihn mal erwischen. Meistens war es aber
  zu spät um Ihn mit seinen Friedenskerzen und Feldblumenstrauß zurück zu halten. 
 Wenn er das erzählt, lacht er verschmitzt und der alte Schalk, den ich schon aus der Schulzeit kenne, blitzt aus seinen lachenden Augen. Man hat Ihn nach eigener Aussage mehrere Male inhaftiert und zu DDR Zeit zeitweilig aus dem Verkehr gezogen, sprich
in die „Klapps Mühle“ gesteckt.
Überaus erbost war er über ein Ablaufschild am Grab seiner von Ihm hoch verehrten Klavierlehrerin, der
  verdienstvollen Pianistin Anni Schäfer und meint es wäre die Pflicht der Stadt Naumburg so einer Persönlichkeit zumindest eine Gedenktafel zu errichten.
Es war 21 Uhr 30 als ich Ihn mit dem Auto zum Bahnhof fuhr. Sein Bus 19 Uhr 05 war längst weg.
Natürlich sprachen wir auch über seine Friedensbücher, seine selbst gefertigten Plakate und über unsere Heimatstube. Er gab zu erkennen dass er sich mit unseren Anliegen, seine Friedensbücher im Heimathaus für spätere Generationen aufzubewahren, durchaus anfreunden kann, fragte er doch über die Art der Unterbringung und dem späteren Umgang mit seinen Werken. Er versprach mir uns zu der Einweihung gegen 14 Uhr zu besuchen. Vielleicht äußert er sich dann darüber konkreter.
Zum Schluss sprachen wir auch über persönliche Verhältnisse die ich als alter Schulfreund aus Achtung seiner Privatsphäre für mich behalte. Bei diesen privaten Themen lernte ich plötzlich einen anderen Achim von Almrich kennen. Sonst immer etwas hektisch sprach er nun ruhig und achtungsvoll über seine Familie und die die ihm nahe stehen. Wie zum Empfang verabschiedeten wir uns herzlich, mit
  Wiedersehenswünschen im Mai.

                                                                                                                                          Heinz Reumann 13.01 2015  







 

 

            Grußbotschaft an „Achim von Almrich“ in der Hoffnung dass sie bis zum 4.2. 2015 ankommt. 
                                       79. Geburtstag von Achim Brembach - „ Achim von Almrich“ !

Lieber Achim,  der Verein der Heimatfreunde grüßt  Dich zu Deinem 79. Geburtstag und ruft Dir ein herzliches Shalom zu! Keiner weiß wo Du gerade steckst. Das ist einer Deiner Rätsel die Du uns immer wieder aufgibst. Mit dem selbst gewählten Künstlernamen „ Achim von Almrich“ wirst Du für uns Almricher Zeitgenossen immer ein geachtetes, bewundertes aber leider auch von einigen Kleingeistern unverstandenes  und belächeltes Kind unseres Heimatdorfes sein. Ich weiß  dass Du „über den Dingen „stehst! Kein Kind unseres Dorfes ist so bekannt wie Du. Du hast den fast vergessenen Namen unseres Dorfes mit Deinen Friedensbotschaften in die ganze Welt getragen. Man fragt: „ Wo ist Almrich?“ Dafür muss Dir der ganze Ort dankbar sein. „Danke, Achim !!“

Am 30. Mai übergeben wir den Almrichern das Heimathaus im Rahmen eines Frühlingsfestes  zur Nutzung. „Dazu laden wir Dich herzlich ein“! Ich bin aber davon überzeugt dass es dieser Einladung nicht bedurfte. Du wärest auch so erschienen, wie ein guter Geist, außergewöhnlich, fast mystisch, für Fremde oder jüngere die dich nicht kennen, geheimnisvoll, aber auf jeden Fall auffallend  interessant und nachfragend sich mit Deiner Person zu beschäftigen. Das Internet füllt einige Spalten.

Aber umgekehrt wirst Du Dich davon überzeugen können dass es in Almrich Menschen gibt, die durch
Ihr Engagement
neben der Begegnungsstätte auch Erhaltenswertes aus der Vergangenheit, längst verloren geglaubtes, Zeugnisse unserer gemeinsamen Jugendzeit in einer Heimatstube  für die Nachwelt zusammengetragen haben. Es ist ein Anfang der schon 3 Räume füllt. Bei deinem Besuch kannst Du auch mal darüber nachdenken ob dieser Ort nicht ein würdiger Ort Deiner Friedensbotschaftsbücher wäre!
Wo anders als in den „Almricher Heimatstuben“ fänden die Bücher einen würdigeren Ort und würden nicht irgendwo in den Archiven eines Museums eingemottet, weil sie keinen Bezug zu Dir haben. Wenn überhaupt??     
Sie könnten aber auch als Magnet einer heimatlichen Pilgerstätte, zum Geburtsort eines Sohnes Almrichs werden, der sich über die Grenzen Almrichs hinaus einen Namen gemacht hat.
Lieber Achim, denk darüber nach und lege Deine Entscheidung als Vermächtnis irgendwie fest. Wir werden alle nicht jünger!
                                                          
    
                                                                           Es grüßt Dich mit Shalom, Dein Schulkamerad Heinz

 


1995


NTB 16.07.1994


NTB 16.10.1999


NTB 22.12.2004


WS 06.09.2000

Achim von Almrich in den "Heute Nachrichten"

Das Video sehen sie hier          



 

 

Friedensmahner bei Stele-Enthüllung Freiberg (fp). Bräunsdorf
Fast 150 Gäste haben gestern Nachmittag im Oberschönaer Ortsteil Bräunsdorf die feierliche Enthüllung einer Stelle miterlebt, die anlässlich des 70.
Die Drittklässlerin Henriette Bochmann von der Grundschule Niederschöna umrahmte das Ereignis musikalisch mit ihrer Klarinette. Und sogar der Weltenbummler Achim Brembach, auch Achim von Almrich genannt, war nach Mittelsachsen gekommen, um als "reisender Friedensengel" eine Kerze an der Stele anzuzünden.                                                                                    
                                                                           
                                                               Freie Presse  11.04.2011

 

Ein außergewöhnlicher Zeitgenosse aus Almrich!  „Achim von Almrich“
sein Pseudonym oder Künstlername, ein Asket mit besonderen Charisma!    


Achim Brembach ist der Zwillingsbruder des DDR –Meisters im Diskuswurf, Ulrich Brembach. Wer Ihm den Künstlernamen gab, ist unbekannt. Plötzlich tauchte dieser Name öfter in der Presse auf. Wie soll man diesen Menschen beschreiben? Vor allem als Was? Als virtuosen Klavierspieler, dem man eine große musikalische Zukunft voraussagte? Als Gaukler, auch dazu zeigte er Talent? Als Spinner oder einfach nur ein Mensch, der seinen eigenen, durch Askese gezeichneten Weg ging, mit Friedenskerze und Feldblumenstrauß. Mit seinem Zwillingsbruder besuchte er die Grundschule in Almrich .Wir waren ein Schuljahrgang. Er war einer der besten Mitschüler unserer Klasse, oft zu streichen und Späßen aufgelegt, der seine Mitschüler immer wieder verblüffte und seine Lehrer zum Narren hielt. Seine große Leidenschaft war das Klavierspiel, das er zu unserer Konfirmation in der Kirche unter Beweis stellte. Während wir, seine Mitschüler, die Kirche putzten und schruppten, unterhielt er uns mit gekonntem Orgelspiel. Aber nicht etwa Bach oder Händel spielte er, nein, die modernen, von Amerika kommenden, modernen Glenn Miller Melodien erklangen in der Almricher Kirche, im ungewohnten Orgelsound. Die Kirche bebte, aber auch von unseren Begeisterungsjubel. Dass dabei der Messwein für das Abendmahl der Konfirmation, immer weniger wurde, bemerkte Pfarrer Becker am Konfirmationstag zu spät. Also wir arbeiteten und Achim spielte, so war es immer, denn Achim durfte ja seine Hände nicht schmutzig machen. Das war auch auf dem großen Dreiseitenhof seiner Eltern so. Während Ulrich schon als Junge die bäuerlichen Arbeiten verrichten musste, durfte Achim oben, in der Kammer zur Straße, fleißig üben. Da konnte man im Vorrübergehen das gekonnte Klavierspiel von Achim hören und das waren schon anspruchsvolle Stücke. Nach der Grundschule, die er als einer der Besten abschloss, besuchte er die Musikschule in Droyßig, die er aber wegen Unregelmäßigkeiten verlassen musste. Danach verlor sich einige Jahre seine Spur. Mit Musikspiel in einer Band, soll er in Ungarn seinen Lebensunterhalt verdient haben. Über seinen weiteren Lebensweg in der DDR –Zeit, ist wenig bekannt. Es wäre schön, wenn darüber Wegbegleiter, Freunde und Musiker berichten könnten, um das Bild zu vervollständigen. War er ein Opfer? Ein Täter ,wohl kaum! Nach der Wende schickte mir Achim 2 Eintrittskarten für ein Konzert von Kurt Masur, im Gewandhaus Leipzig. Wie sich im Verlauf des Konzertes herausstellte, wirkte er im Publikum als „Anklatscher“, denn die wenigsten Besucher wussten, ist jetzt Pause? Ist das Stück zu Ende?
 Wann kann geklatscht werden? Achim wusste das, und gab das Signal!  Am Ende des Konzertes, tauchte er auf der Bühne auf und überreichte dem Dirigenten einen Feldblumenstrauß. Auch als Faktotum hat er sich nach eigenen Aussagen im Theater nützlich gemacht .In den Leipziger Kirchen ist er als Aushilfsorganist bekannt. Nach dem Konzert trafen wir uns im Leipziger Hbf. Der Warteraum war voll, aber für Achim öffneten sich, wie durch Zauberhand, die Türen eines Nebenraumes.  Er war auch hier, als Alleinunterhalter bekannt. Sofort saß er am Klavier und spielte für die Gäste. Den Kindern, die sich sofort um Ihn scharten, zauberte er Geldstücke aus der Nase und holte den Erwachsenen Zigaretten hinter dem Ohr hervor. Als ein Filou und immer lachenden Menschen, habe ich Ihn damals erlebt. Danach begegnete er mir nur noch als sehr verschlossener Mensch, der die Mitmenschen mit „Schalom„ grüßte, seine Kerzen und Feldblumensträuße verteilte und auch sonst einen in sich gekehrten Eindruck hinterließ. Er war und ist es immer mehr geworden, ein Sonderling, der, wie es in den 90er Jahren in einer Leipziger Volkszeitung stand, „…in Abbruchhäusern wohnt und von Sozialhilfe lebt“. Achim von Almrich wurde bekannt, als Friedensbotschafter, der bei allen politischen und künstlerischen Großereignissen, als auch bei Beerdigungen seiner Ihm nahe stehenden Zeitgenossen auftauchte. Im weißen Anzug, legte er seine Blumen nieder, stellte seine Kerzen auf und verschwand im Hintergrund. Von allen Großen dieser Welt, sammelte er Autogramme in seinem Friedensbuch. Mitterer Weile müssten es mehrere Bücher sein, mit Unterschriften von Carter, Reagan, Bush, Gruschtschow, oder Honecker, ebenso, wie von Königinnen und Diktatoren dieser Welt. Künstler wie Karajan, Menuien, Opernsänger und Sängerinnen, Alle hat er in seinem Album. Wie er durch die Absperrungen solcher Großereignisse, bis zu den Persönlichkeiten vordringen konnte, bleibt sein Geheimnis. Wie er das macht und finanziert, ist ein Rätsel, wie der ganze Mensch ein Rätsel ist und bleiben wird. Bei besonderen Events versteht er es, sich durch sein plötzliches unerwartetes Erscheinen in Szene zusetzen und Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ist es das, was er sucht? Anerkennung, von einer Gesellschaft, zu der er nicht so richtig passt? Wir wissen es nicht und er wird es uns nicht sagen!  Oder doch? Das wäre wieder so eine unerwartete Überraschung und für Ihn typisch. Ich für meine Person wünsche Ihm, einen Lebenskünstler unserer Zeit, Gesundheit und dass er noch lange mit seiner Friedensbotschaft durch die Lande ziehen kann. Damit schadet er Niemand!                                                                                         Sein alter Schulkamerad Heinz Reumann   

                                                 


NTB 10.04.1999


NTB 21.02.1995