Auf  den  Spuren  der  Steine . . .

Kurze  Zusammenfassung

Der
  1. Napoleonstein   steht auf der Hochfläche über den Saalhäusern. Er wurde am 50. Jahrestag zum Andenken an die Schlacht bei Leipzig am 18. Oktober 1813 von Christian Rühlemann aus Niedermöllern errichtet. Rühlemann wurde am 29.04.1799 in Niedermöllern geboren, starb am 22.02.1872 dort. Der Boden gehörte der Gemeinde Möllern bis zum Hang, dann setzte sich der Besitz mit den Saalhäusern, somit Kösener Flur, fort. Es handelte sich um eine kleine Säule, die vom Hang zurücktrat und später verloren ging. Sie stand etwa bis 20 m weiter westlich in Richtung Göttersitz und wurde zerstört, den Hang hinunter geworfen. Der Name Napoleonstein kam auf, er wurde wiederholt beanstandet, da Napoleon weder an dieser Stelle gewesen war, noch als Verlierer der Schlacht eine Ehrung verdient gehabt hätte. Man versuchte, den Namen in Blücherstein zu ändern, was sich nicht durchsetzte.

Es wurde 1865 ein   
2. Napoleonstein   errichtet, der dem Sieg von Waterloo gewidmet war und die Inschrift jenes Tages trug: „18. Juni 1815“. Er steht in der Höhenlage 244 m über N.N.  Dieser Gedenkstein wurde von der Gemeinde Möllern gebaut, wobei etwa 100 Bauernwagen mit Baumaterial angefahren wurden. Auf seiner Spitze befand sich ein eisernes Kreuz, umgeben war der Stein von zwei Pappeln. Er wurde vom Amtmann Schmidt aus Bad Kösen gestiftet, der eine kleine Schrift mit seinem Namen anbringen ließ „Errichtet von Schmidt“ – bereits 1938 kaum noch lesbar. Auf der Rückseite waren eingeschlagen R und W, d.h. Rex (König) und W (Wilhelm). Es gab damals auch einen Antrag, die gesamte Höhe „Wilhelmshöhe“ zu nennen, was sich aber trotzt amtlicher Genehmigung nicht erhielt. In den Nachkriegsjahren des 2. Weltkrieges verschwand das Kreuz, wurde der Stein beschädigt und umgeworfen. Die ZBE Naumburg (Baubetrieb) stellte ihn am 27. Mai 1977 wieder auf. Es gab in den 1990er Jahren eine Meldung, dass eine Arztfamilie aus Möllern ihn reparieren wollte, wovon aber abgesehen wurde.

Der  
Prinz – Heinrich - Stein   wurde mitten im 1. Weltkrieg auf gemauert. Dazu wurde eine Genesenengruppe des Naumburger Jäger – Ersatzbatallion Nr. 4 eingesetzt, das dort Schützengräben ausheben sollte und aus den Steinen das Denkmal errichtete. Die Tafel hatte die Inschrift „Aus Schützengrabensteinen im Kriegsjahr 1916 errichtet vom Jäger – Ersatzbatallion Nr. 4 zur Erinnerung an das vierzigjährige Chefjubiläum des Fürsten Heinrich Reuß – 13.09.1916“.
(Daher taucht auch mitunter die Bezeichnung „Fürst – Heinrich – Stein“ auf).
Die Einweihung fand am 30.10.1916, morgens um 09:00 Uhr statt. Nach Aufstellung des Batallions mit dem Kommandeur Major Granier wurde eine Ansprache gehalten – der Fürst Heinrich war Chef des Batallions.
Dieses Denkmal steht auf Almricher Grund und Boden. An Baumaterial half der Unternehmer Kersten mit Zement aus, wobei er für die Tafel und die Kugel an der Spitze eine Spende übergab. Der Unterbau besitzt eine Seitenlänge von vier Metern, nach oben verjüngt er sich zu einem eisernen Kreuz. Kersten wollte für diese Leistungen geadelt werden, was ihm aber nicht zugestanden wurde.

Wer waren die Naumburger Jäger ?
Sie lagen in Naumburg in Garnison von 1873 – 1890 und von 1909 - 1912 
In der Zwischenzeit von 1890 – 1909 waren sie in Colmar / Elsaß (jetzt Frankreich) stationiert. In Naumburg waren sie in der alten Jägerkaserne ( Jägerplatz) stationiert.
Zu DDR Zeiten Rat des Kreises nach der Wende Landratsamt .
Ein weiteres Jägerdenkmal das „Langemarch – Denkmal“ stand in der Nähe des Waldschlosses in der Neidschützer Strasse, und hatte die Form eines Maschinengewehrbunkers. Dieses Denkmal wurde 1933 eingeweiht in Anwesenheit des deutschen Kronprinzen. Leider wurde es durch Denkmalstürmer 1950 gesprengt. In anderen Ländern, z.B. Groß – Britannien und Frankreich gibt diesen Vandalismus nicht.
In Waterloo (Belgien), man kann hinkommen wo man will, jede Nation ehrt die Denkmale und pflegt sie, bloß nicht in Deutschland ! Sind die Politiker nicht daran schuld ?

Auch zu unseren beiden noch verbliebenen Gedenksteinen, ist der Weg sehr beschwerlich, zerstört durch die Mutter Natur. Vor allem für ältere Menschen ist es eine Qual zu den Steinen zu gelangen. Der Tourismusverband oder auch die Stadt Naumburg hat wahrscheinlich kein Interesse an der Erhaltung. Auch gibt es in keiner Broschüre von Naumburg einen Hinweis auf diese Steine. Man hält es auch nicht für Notwendig an den Steinen eine Hinweistafel aufzustellen. Für Touristen ist es nicht nachzuvollziehen, um was es sich überhaupt bei den Steinen handelt. Ich bezweifele auch, das alle Naumburger wissen, was das für Steine sind. Habe selbst die Erfahrung gemacht, und wenn ich ehrlich bin, ich wusste es auch nicht.
Nicht zuletzt dadurch, das es kaum Material dazu gibt.

 

 

 

 

 

  

Wer ist das  ???

Der Napoleonstein steht aber schief

K-Heinz Schmidt am Fürst Heinrichstein. 25.9.1949

K-Heinz Schmidt am Napoleonstein 25.9.1949

K-Heinz Schmidt auf dem Fürst Heinrichstein 25.9.1949

Faszinierender Ausblick
Eine Wanderung zu den „Steinen“ lohnt sich – nicht so sehr der Steine wegen, doch der Ausblick, der sich bietet , ist besonders im Frühjahr und im Sommer von faszinierender Schönheit: Mühsam bahnt sich im Tal die Saale zwischen Fels und Feldern ihren Weg vorbei an Weinbergen. Auf der anderen Seite des Tals erhebt sich der Knabenberg, an dessen Fuß sich das in scheinbar tiefem Schlummer liegende ehemalige Zisterzienserkloster Pforte schmiegt. Links grüßen die Türme des Naumburger Doms, und wendet man sich etwas nach rechts, erblickt man den Kurort Bad Kösen. Wer vom Wandern und Schauen müde und hungrig ist, kann am Stein in Ruhe ein schönes Picknick machen.

Beachtliches Naturschutzgebiet und Bodendenkmal
Das Hochplateau über den Saalhäusern zählt zu den schönsten Punkten der näheren Heimat. Orchideen und Silberdisteln sind neben anderen seltenen Pflanzen vorhanden. Weniger bekannt ist, dass ein Teil als Bodendenkmal unter Schutz steht. Ältere Karten verzeichnen diese Stelle als sogenannte Heuneburg, Hünenburg oder Hunnenburg. Mit den Hunnen hat diese Burg nichts zu tun. Es handelt sich um eine Fluchtburg mit Ringwall, von der es keine urkundlichen Belege gibt. Sie stand oberhalb des klösterlichen Weinberges Omnium Sanctorum. Ihre Spuren sind restlos verschwunden, waren aber noch vor mehr als 130 Jahren zu sehen. Weithin sichtbar die beiden Steine auf dem Hochplateau.